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die Bandscheibe
Teil 2
Aufbau Bestandteile einer Bandscheibe
falls Sie mitmalen wollen: hier gehts zum download Eine Zwischenwirbelscheibe besteht aus einem äusseren straffen Faserring, dem anulus fibrosus, und dem innen gelegenen gellee-artigen Gallertkern, dem nucleus pulposus. Die Bandscheiben sind mit den Knorpelplatten der benachbarten Wirbelkörper-Deckplatten verschmolzen. Auch der Faserring ist nach cranial und caudal mit den Randleisten der benachbarten Wirbelkörper verwachsen. Nach dorsal, also nach hinten zum Wirbelkanal hin, ist jede Bandscheibe zusätzlich noch durch das zugfeste hintere Längsband der Wirbelsäule, durch das ligamentum longitudinale posterius, verstärkt. Bandscheiben-Einrisse (und daraus entstehende Bandscheibenvorfälle) geschehen deshalb meist nicht direkt nach hinten, sondern nach schräg seitlich hinten, in Richtung auf das Zwischenwirbelloch, wo sich der Spinalnerv befindet.
  Anulus fibrosus
lichtmikroskopisches Erscheinungsbild des anulus fibrosus Der anulus fibrosus, der Faserring, besteht aus Lagen von zugfesten, kollagenen Fasern und dazwischen befindlichen Schichten von faserarmer elastischer Knorpelgrundsubstanz. Jede Lage kollagener Fasern, die in radialer Ausdehnung einige Hundert Mikrometer betragen kann, hat in cranio-caudaler Richtung einen schrägen Verlauf. So winden sich die Fasern von der Randleiste eines Wirbels zur Randleiste des Folgenden, jeweils um etwa 60° gegen die Craniocaudalachse geneigt. Die nächst innere Lage kollagener Fasern ist gegensinnig geneigt, sodass in radialer Richtung, also von aussen nach innen, eine Faserlage mit der nächsten sich überkreuzt, wie bei einem Jägerzaun oder einem Scherengitter oder bei einem Stück Stoff, an dem etwas schief gezogen wird. Dieser Verlauf der Faserlagen macht verstehbar, dass der anulus fibrosus den hohen Zug- und Scherkräften widersteht, die in der Bandscheibe herrschen.
Bild oben: So sieht der anulus fibrosus im Lichtmikroskop aus. Zeichnung nach Präparat.
  Nucleus pulposus
nach einer Abb. der TU Graz Der nucleus pulposus, der Gallertkern, ist in der unbelasteten Wirbelsäule etwa so groß wie ein Kirschkern. Durch den Zug der kollagenen Fasern, durch die Schwerkraft und vor allem durch Muskelzug wird die Bandscheibe zusammengedrückt, sodass der Gallertkern im Lebenden und sogar noch in einem Leichnam (Präpariersaal) linsenartig abgeplattet ist. Im aufrechten Stand wirken erhebliche Kräfte auf dieses gefangene, halb flüssige Volumen ein, das aber durch den Faserring festgehalten wird und nicht entweichen kann.
Nebenstehendes Bild: Im Medianschnitt eröffnete Lendenbandscheibe, das Rötliche oben und unten ist Knochen mit Knochenmark. Nach einer Abbildung der TU Graz, überarbeitet.
  Blutgefässe und Nerven
lichtmikroskopische Erscheinung von Lamellenkörperchen Die Bandscheibe besitzt nur in den äussersten Zonen des anulus fibrosus Blutgefässe und Nerven. Der hohe Druck, der auch in Ruhe auf der Bandscheibe lastet, übersteigt um ein Vielfaches den Blutdruck, sodass nur die Aussenzonen des discus intervertebralis durchblutet, perfundiert, werden. In dieser Aussenzone finden sich auch sensible und vegetative Nervenfasern. Besonders in der Nähe des den Bandscheiben vorne aufgelagerten vorderen Längsbandes und an den seitlichen Rändern des hinteren Längsbandes wurden Mechanorezeptoren gefunden*, die kleinste Bewegungen des Discus intervertebralis dem Zentralnervensystem mitteilen. Schmerzrezeproren befinden sich um und im anulus fibrosus. Hier sind auch vegetative, die Durchblutung steuernde Nervenfasern beschrieben worden. Die inneren Anteile des anulus fibrosus sowie der Gallertkern und die knorpeligen Deckplatten der Wirbelkörper sind vollkommen frei von Blutgefässen und Nerven.
Bild oben: Mehrere Lamellenkörperchen (Mitte und rechts-oben), also Mechanorezeptoren, im Bindegewebe um eine zervikale Bandscheibe (lichtmikrospische Fotografie).
Literaturdatenbank * Strasmann et al. "Distribution of sensory receptors in joints of the upper cervical column in the laboratory marsupial monodelphis domestica" Anat Anz. 1999 Mar;181(2):199-206.
Danksagung  
  Wir danken dem Institut für Biomechanik der Technischen Univerität Graz für die Möglichkeit, ein Bild der TU Graz zur Erstellung unserer Seite verwenden zu können.
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