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die Bandscheibe
Gewebe Drei Baustoffe (Gewebetypen)
  Die drei Anteile der Bandscheibe, der Faserring, der Gallertkern und die knorpeligen Deckplatten, bestehen aus drei Gewebetypen: Aus Faserknorpel wird der anulus fibrosus gebildet, aus den Resten der Chorda dorsalis besteht der nucleus pulposus und aus gewöhnlichem hyalinen Knorpel sind die oberen und unteren Anteile der Bandscheiben und die Deckplatten der Wirbelkörper aufgebaut.
Falls Sie mitzeichnen wollen: download Zugfester Faserknorpel
Faserknorpel ist ein besonders zugfestes Knorpelgewebe, das durch die hohe Zahl der eingelagerten zugfesten kollagenen Fasern ausserordentlich zäh und reissfest ist - mit einem gewöhnlichen Küchenmesser ist es nicht möglich, dieses Material zu schneiden. Die Zellen, die diese Fasern und die feste, gummiartige Masse des Faserknorpels bilden, werden durch Filtration von Nährstoffen und Atemgasen aus den Gefässen ernährt: Diese in der Gewebeflüssigkeit gelösten Stoffe verteilen sich im Raum um die Gefässe (Diffusion). Da nur die äussersten Randzonen des Anulus fibrosus durchblutet sind, ist die Ernährungslage der innersten Knorpelzellen schlechter als die der aussen gelegenen Zellen. Durch Belastung der disci intervertebrales bei Bewegungen der Wirbelsäule wird das Filtrat der Gefässe aus den Bandscheiben quasi "ausgepresst", um bei der nächsten Entlastung von den Bandscheiben wieder "aufgesogen" zu werden. Bewegungen verbessern also die Ernährungslage des Knorpels.
  Quellstofffreicher Schleim des Gallertkernes
externer Link zu "biorama.ch" Die gelee-artige Masse des Nucleus pulposus ist ein Rest der Rückensaite, der Chorda dorsalis der frühen Embryonalzeit. Dieses Gewebe ist praktisch zellfrei. Die Chordazellen sind schon in utero unter Bildung eines schleimigen Substanzgemisches zugrunde gegangen. Diese Substanzen, die aus Eiweissen und Zuckerverbindungen bestehen, sind sehr stark hygroskopisch. Die Eigenschaft (Hygroskopie), Wasser anzusaugen, finden wir auch etwas bei einfachem Kochsalz, mit dem man zB. beim Pökeln dem eingelegten Fleisch das Wasser entzieht. Die schleimigen Zucker- und Eiweiss-Stoffe, besonders die Hyaluronsäuren des Gallertkernes sind die stärksten hygroskopischen Substanzen, die wir auf diesem Planeten überhaupt finden.
  Bild links oben: Hyaluronsäure, übernommen und bearbeitet von einer sehr schönen Site zu Substanzen: http://www.biorama.ch/biblio/b20gfach/b35bchem/b10kh/kh040.htm
  Gewöhnlicher hyaliner Knorpel
das fertig ausgemalte Bild der Wirbelsäule Die Deckplatten der benachbarten Wirbelkörper sind mit hyalinem, glasartig-trübem, druck- und biegeelastischem Knorpel bedeckt, der zugleich Teil der Bandscheibe ist. Diese Knorpelplatten und seine Zellen werden ausschliesslich durch Diffusion, besonders aus den Gefässen der benachbarten Wirbelkörper, ernährt.
Bildung von Ersatz-Gewebe
In anderen Abschnitten des Skeletts, zB. bei den Rippenknorpeln, sorgt die Knorpelhaut, das Perichondrium, für die Ernährung und Neubildung von Knorpelgewebe. Dem hyalinen Knorpel und dem Faserknorpel der Bandscheiben fehlt das Perichondrium, weshalb diese Baustoffe beim Erwachsenen nicht richtig neu-gebildet, nicht adäquat regeneriert werden können. Bei Gewebszerstörung wird ein Ersatzgewebe gebildet, das kein hyaliner bzw. kein Faserknorpel ist, sondern dem gewöhnlichen faserigen Bindegewebe gleicht und deshalb nur wenig druck-, zug- und biegeelastisch ist. Auch der Gallertkern kann vom Körper praktisch nicht neu gebildet werden, wenn er zB. durch eine ärztliche Maßnahme abgesaugt wurde.
Quellen und interessante Links:
 
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