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die Bandscheibe
Teil 4
Funktion Die Bandscheibe - ein Wasserkissen
Im Gallertkern einer Lendenbandscheibe herrscht durch den Zug des Faserringes und durch die Muskelspannung ständig ein erheblicher Druck. In aufgerichteter Position und besonders bei Bewegung können schnell unglaublich grosse Druckkräfte gemessen werden. Als Flüssigkeit verteilt der Gallertkern den in ihm herrschenden Druck gleichmässig in alle Raumrichtungen, wie alle Füssigkeiten dies tun. Der Faserring steht durch diesen Druck also ständig unter erheblicher Spannung. Aus eröffneten Bandscheiben (im Präpariersaal), aber auch bei Einrissen des anulus fibrosus quillt der Gallertkern heraus. Der Quellungszustand des nucleus pulposus ist eine wesentliche Voraussetzung für die druckverteilende Eigenschaft des Gallertkernes, der in Ruhe und Bewegung den achsialen Druck auf benachbarte Wirbelkörper-Deckplatten gleichmäßig verteilt.
  Bandscheiben-Höhe
  Bandscheiben haben etwa die Hälfte oder 1/3 der Höhe des zugehörigen Wirbelkörpers. Ihre Höhe ist ganz wesentlich vom Flüssigkeitsgehalt des Gallertkernes, des Nucleus pulposus abhängig. Durch den Druck, durch die Last des Körpers wird beim aufrechten Stand, der Orthostase, im Laufe des Tages der Flüssigkeitsgehalt des Gallertkernes vermindert. Dadurch ist abends jede Bandscheibe ein kleines bisschen flacher als morgens, sodass wir abends meist ein bis drei Zentimeter kleiner sind als am Morgen. Über Nacht, in der waagerechten Entlastungslage des Bettes, wird der Flüssigkeitsgehalt des Gallertkernes wieder angehoben, sodass wir am nächsten Morgen wieder "normal" gross sind.
 
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© Priv.Doz. Dr. med. FA (Anatomie) Thomas J. Strasmann - www.everything-virtual.org