Inhalte
Medianschnitt
Medianschnitt durch den Körper einer jungen Frau (nach Braune, 1867)
In bildgebenden Verfahren (CT) und in der Anatomie sind Darstellungen des Körpers in einem Medianschnitt sehr häufig. Ein solcher Schnitt liegt in der Medianebene, welche die Wirbelsäule in eine rechte und eine linke Seite teilt. Im Idealfall sind diese beiden Hälften der Wirbelsäule Spiegelbilder voneinander, denn der Bewegungsapparat, also Knochen und Muskulatur etwa, sind beim Menschen fast zweiseitig (oder bilateral) symmetrisch.
Medianschnitt-Umriss
Wirbelsäule und Rücken die Medianebene 
Die Orientierung für die richtige Lage der Mittelebene (des Medians) ist also die Wirbelsäule. Auf der interaktiven Darstellung nach Braune (siehe oben) sind der Zahnfortsatz des zweiten Wirbels (dens axis), der Körper 7. Halswirbel (c7), des 12. Brustwirbels (Th12) und des 3. Lendenwirbels (vertebra lumbalis III) markiert. Interessant ist, dass die Wirbel des Kreuzbeines noch nicht richtig miteinander knöchern verschmolzen sind, was darauf hinweist, dass das Wachstum des abgebildeten Körpers noch nicht ganz abgeschlossen ist. Dorsal der Wirbelsäule ist dunkelrot die Muskulatur der Wirbelsäule zu erkennen, die vom Bindegewebe der Rückenfaszie (fascia thoracolumbalis) wie von einer Tüte umhüllt ist. Im Nacken hat der Zeichner das Nackenband (ligamentum nuchae) hellgrau dargestellt.
Gehirn und Rückenmark 
Unterhalb einer grossen Hirnvene (sinus sagittalis superior) ist die natürliche Oberfläche der linken Grosshirnhälfte zu sehen. Beide Grosshirnhälften haben sehr breite "Kabelverbindungen" miteinander. Die grösste dieser Verbindungen ist das corpus callosum.
Oft gelingt so ein Medianschnitt nicht ganz, dann liegt die Ebene etwas schief. So ist es auch hier: Die Wirbelsäule und das Rückenmark (medulla spinalis) sind im Hals genau in der Medianebene getroffen. In der oberen Brustwirbelsäule aber verschmälert sich der Anschnitt des Wirbelkanals und das Rückenmark gleitet quasi aus der idealen Mittelebene heraus. Deshalb sind die Wurzeln der Spinalnerven (radices nervorum spinalium) zu sehen, die sich seitlich neben dem Rückenmark befinden.
 
Atmungsweg 
In der Nasenhöhle ist die Nasenscheidewand als rosige Fläche zu sehen. Auch die Nasennebenhöhlen sind als dunkle mit Schleimhaut ausgekleidete Höhlungen im Knochen der Stirn (Stirnhöhle, sinus frontalis) und der Schädelbasis (Keilbeinhöhle) gut erkennbar. Hinter der Nasenscheidewand im Dunkel des Rachens ahnt man allerdings nur noch die Öffnung der Ohrtrompete (tuba auditiva). Am Hals ist vorne der Luftweg, man sieht die linke Seite des Kehlkopfes (larynx).
Weitere Organe im Brust- und Bauchraum 
Am Hals liegt die Speiseröhre (oesophagus) hinter dem Atemweg. Auch im Brustkorb liegt sie noch ganz hinten, vor der Wirbelsäule. Davor befindet sich das Herz (cor), das in mehreren Anschnitten zu sehen ist. Unter dem Zwerchfell befindet sich die Leber (hepar), die fast den gesamten Oberbauch einnimmt. Unterhalb der Leber liegt die Bauchspeicheldrüse (pancreas) und der Magenausgang (pylorus). Von hieraus gelangt der Nahrungsbrei in den Dünndarm (intestinum tenue) und schliesslich in den Dickdarm, von dem das hier sehr geweitete Querkolon (colon transversum) markiert ist. Bei den Organen des kleinen Beckens ist bemerkenswert, dass der Zeichner eine frühe Schwangerschaft dargestellt hat (ein Embryo mit seinen Hüllen).
home - http://www.everything-virtual.org/median.html - - Letzte Änderung 10.09.2004
© Priv.Doz. Dr. med. FA (Anatomie) Thomas J. Strasmann - www.everything-virtual.org